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Pressekritik

Gideon GbR, Lutz Hammerschmidt, Heiko Gödel, Fred Seidel, Webergasse 20, D-08297 Zwönitz, 2007

ACHTUNG! Wir suchen zwei ambitionierte, technisch möglichst erfahrene junge Menschen, die uns in Sachen Lichttechnik, -steuerung, PA-Technik und Multimedia unterstützen wollen. Bei Interesse an diesem ehrenamtlichen Dienst, nutzt bitte das Kontaktformular unter CONTACT oder ruft uns an.

G.U.C. Nr. 16 (Fanzine/GUC16):

G.U.C.

Gideon „Wichtig.“ CD
Eigenproduktion

Der letzte Gideon-Tonträger "ZeitZeichen" liegt etliche Jahre zurück (1995 war's, um genau zu sein), so daß es langsam, aber sicher Zeit für was Neues wurde. Die Erzgebirgsbewohner hatten in der Zwischenzeit die Gelegenheit, große Teile des nun auf "Wichtig." verewigten Materials schon live anzutesten, und sie haben es fast durchgehend geschafft, ihre Liveenergie auch im Kaltpreßverfahren zu konservieren (negative Ausnahme ist "Angst", das ich irgendwie lebendiger in Erinnerung hatte). Ja, die CD macht, wenn man sie laut genug aufdreht, streckenweise fast noch mehr Druck als der Livesound, weil Gideon mittlerweile nur noch mit einer Gitarre arbeiten, was man im Studio ja bedeutend einfacher kompensieren kann als livehaftig. Als eindeutiger Gewinn für die Band stellt sich der neue Drummer Enrico Mothes heraus - nicht daß sein Vorgänger Andreas Franke nun schlecht gewesen wäre, aber Enrico hat den drei verbliebenen "Alten" in der Band eine gehörige Portion jugendlichen Schwung und Biss verpasst. Die musikalischen Gehirne Gideons bleiben allerdings Sänger/Gitarrist Heiko Gödel und Sänger/Keyboarder Markus Mittelbach, und die haben sich mal wieder zehn Perlen der traditionellen harten Rockmusik aus dem Kreuze geleiert. Das Solo-Schaffen von Sammy Hagar geht genauso wie Stoff der Marke "ganz alte Foreigner" als passabler Vergleich durch, wohingegen die Älteren unter der Leserschaft eher Parallelen zum guten alten Ostrock entdecken werden, wobei die härtesten Momente ungefähr bei der "Feuer-Rock"-Scheiblette von Prinzip ansiedelbar wären. Am anderen Ende der Härteskala steht das lyrisch wunderbar emotionsgeladene "Maskenball", das mir in seinem Szenario geradezu einen Spiegel vorhält und das mit seinen weichen Violinentönen an frühe Subway To Sally- oder Inchtabokatables-Balladen erinnert. "Boogie" wandert gar als fast reinrassiger Bluesrock durchs Gebirge, weit jenseits von und doch wieder ganz nahe an Screaming Jay Hawkins, ZZ Top oder B.B. King. Leider wurden die härteren Songs dramaturgisch nicht ganz geschickt eher geballt am Anfang, die weniger harten dagegen am Ende platziert - da hätte man etwas besser mischen können. Über die lyrische Komponente brauche ich mir an dieser Stelle gar nichts einfallen zu lassen, denn die Intention hinter "Wichtig." ist im (grafisch recht interessant ausgearbeiteten, aber in puncto Textleserlichkeit mitunter schwächelnden) Booklet so treffend beschrieben, daß ich das nicht besser könnte: "Wir sind am Anfang eines neuen Jahrtausends - UNGLAUBLICH! Die Zeit ist schneller geworden - es scheint, als hätte kaum etwas wirklich Bestand. Wir merken, daß wir völlig orientierungslos sind, Dingen nachrennen, die völlig unnütz sind, daß wir unsere Zeit verschwenden, und wir werden mehr und mehr unzufrieden und frustriert. Geht es Dir auch so? - Wir haben uns deshalb gesagt: Laß uns doch unsere Erfahrungen und Erlebnisse der letzten Jahre zusammenschmeißen. Und wenn wir von unseren Beziehungen untereinander und all den Dingen, die uns sonst noch beschäftigen, Texte und Lieder schreiben, dann laß uns einen 'roten Faden' finden: Was ist eigentlich WICHTIG.? - Wir werden Dir diese Frage nicht beantworten, weil die Antwort für jeden anders ausfällt. Aber - wir können versuchen, Dich zum Nachdenken zu bringen. Und wenn Du Dir diese Frage ernsthaft selber stellst, wirst Du merken, wie kompliziert und vielleicht auch ernüchternd die Antwort für Dich ist. Vielleicht wirst Du auch das Eine oder Andere bisher sooo Wichtige plötzlich anders sehen. Das wünschen wir Dir." Was soll ich da noch hinzufügen? Die Adresse vielleicht, wo es diese etwa 42 Minuten laufende Scheibe für 27 DM (Vorkasse) oder 30 DM (Nachnahme; beide Preise incl. P&V) zu erstehen gibt: Markus Mittelbach, Zwönitzer Straße 3, 08297 Zwönitz OT Dorfchemnitz/Germany, Tel. +49-(0)37754-2506.
rls